Die Tage werden kürzer (ja, tatsächlich!) und wir bei Archijeunes bereiten uns mit Hochdruck auf den Herbst vor, genauer auf unsere Netzwerktagung. Sie findet am 20. November 2026 an der Pädagogischen Hochschule Freiburg statt. Thema dieses Jahr ist das Lernen draussen und wie das zum besseren Verständnis der gestalteten Umwelt beitragen kann. Wir versprechen, dass es an dem Tag nicht heiss sein wird! Auf dem Programm stehen Inputs von Referent:innen aus dem In- und Ausland, etwa von La Fabrique des Communs pédagogiques aus Frankreich. Vorgesehen sind weiter vier Erkundungstouren an der frischen Luft, auch hier mit geladenen Gästen, die auf speziellen Routen durch die Nachbarschaft führen. Am Nachmittag geht es zurück in die schön geheizte Hochschule für Vertiefungsarbeiten und Erfahrungsaustausch zu den verschiedenen Methoden und Ansätzen des Draussenlernens in der baukulturellen Bildung. Das Programm der Tagung ist nun hier online! Wir freuen uns auf ihre Anmeldung (weiter nach unten scrollen) und Ihr Dabei-Sein.
Wir waren ja letztes Jahr an der Architekturbiennale in Venedig, Sie erinnern sich. Archijeunes hat zusammen mit anderen Ende Oktober 2025 am «Internationalen Symposium zur Architektur- und Baukulturvermittlung für junge Menschen» get involved VII mitgewirkt. Das Symposium wurde wie immer von unseren österreichischen Freund:innen bei bink initiiert und organisiert. Nun haben sie dazu ein Heft gestaltet, in dem sich alle Workshops vom letzten Herbst vorstellen. Darunter ist auch unser Beitrag «Shared Language for Built Environment Education? An experiment from multilingual Switzerland», den wir gemeinsam mit der drumrum Raumschule, i2a und ville en tête gestalten durften. Dabei ermunterten wir die Teilnehmenden, neue Assoziationen und aussagekräftige dreidimensionale Formen – sogenannte «Wortbauwerke» – zu Kern-Begriffen baukultureller Bildung zu schaffen und diese zu reflektieren. Das Material der Pfeifenputzer ermöglichte es rasch und unkompliziert in drei Dimensionen zu arbeiten. Besonders freuen wir uns daher über das Extra zum Heft: Eine Portion der Pfeifenputzer, um unsere Workshopaufgabe selbst auszuprobieren. Wer Interesse hat, kann das Heft bei office@archijeunes.ch kostenlos beziehen oder online anschauen.
Mitten in Berlin, an der Spree zwischen Hauptbahnhof und Reichstag, steht das Futurium, das «Haus der Zukünfte». Das Gebäude mit seiner Fassade aus Gussglas wurde 2019 eröffnet. Initiator des Projekts war 2014 das Bundesministerium für Bildung und Forschung, mit daran beteiligt sind etliche deutsche Wissenschaftsorganisationen, forschende Unternehmen und wissenschaftsfördernde Stiftungen. Bevor wir uns aber in dem grossen Haus mit seinen vielen Räumen verlieren, wechseln wir gleich ins Internet auf die Bildungsplattform. Dort finden Lehrpersonen kostenlose Unterrichtsmaterialien (wie bei Archijeunes), interaktive Lernangebote und vieles mehr. Auf zwei Rubriken möchten wir aufmerksam machen: Städte und Mobilität. Sortiert nach «Methode», «Tutorial», «Aktion» und «Kollektion» wartet eine breite Auswahl an Ideen darauf, entdeckt zu werden. Praktisch ist natürlich die Zukunftsbox «Zukunft der Städte», in der es verschiedene Karten zu Impulsfragen, Herausforderungen, Megatrends und zur Szenariotechnik zu finden gibt. Auch drüben bei der Mobilität gibt es eine eigene Zukunftsbox «Zukunft der Mobilität». Die Boxen können auch als analoge Version im Online-Shop bestellt werden.
Was war das? Da war doch ein Geräusch! Ein Brummen – nein, ein Zischen. Jetzt ist es wieder weg. Dafür ist da jetzt diese Musik, ganz fein und fern. Töne, Geräusche, Klänge, Musik und Lärm prägen unsere Wahrnehmung stärker, als wir meinen. Ohne akustische Reize fällt uns die Orientierung schwer, ein schalltoter Raum ist fast nicht auszuhalten. In der Ausstellung «Pling! Design hören» im Museum für Gestaltung Zürich dreht sich alles um die Art, wie Klänge unsere Wahrnehmung strukturieren und was Klänge mit Gestaltung zu tun haben. Anhand einer grossen Fülle von Exponaten kann eine erstaunlich vielfältige Welt entdeckt werden, die von Klängen geformt ist und deren Klänge uns formen. Und ja, ein schallarmer Raum ist auch darunter. Am 22. August findet ausserdem ein Klang-Rundgang durch das Toni-Areal statt für Jugendliche und Erwachsene mit dem Klangkünstler Andres Bosshard.
Spätestens nach diesem Sommer wissen wir, wie sich der Klimawandel anfühlt. Gerade Städte und grössere Ortschaften sind besonders exponiert. Sei es die Hitze, die über Wochen nicht aus der Stadt und den Häusern weichen will, sei es der plötzliche Starkregen, der die Strassen und Keller überschwemmt und dabei grosse Schäden anrichtet: Städte müssen gewaltige Anstrengungen unternehmen, um mit diesem Klimawandel zurechtzukommen. Zugleich ist diese Herausforderung eine grosse Chance, mehr Lebensqualität in urbane Gebiete zu bringen. Das Kinderbuch «Unsere Städte, unsere Zukunft» erscheint just heute, am Tag des Versands dieses Newsletters, und zeigt auf, dass es bereits heute mutige Antworten gibt auf die Folgen des Klimawandels. Victoria Tentler-Krylov, einst Architektin und heute erfolgreiche Kinderbuchautorin und Illustratorin, nimmt die junge Leserschaft mit auf eine Reise zu Städten, auf der sie aussergewöhnliche Erfindungen für den Klimaschutz und innovative Klimaprojekte kennenlernen. Kinder (und Erwachsene!) erfahren, wie grüne Architektur Schatten spendet, Regenwasser aufnimmt und für kühlere Städte sorgt.
Das Lernen außerhalb des Schulgebäudes – in einem Stadtpark, auf einem Dorfplatz oder in den schattigen Gassen einer Altstadt – bietet zahlreiche Möglichkeiten und stößt auf wachsendes Interesse. Die Plattform classe-dehors.org, die von der „Fabrique des Communs Pédagogiques“ in der Region Marseille entwickelt wurde, vernetzt Gemeinden, stellt lizenzfreie Ressourcen zur Verfügung und fördert die Verbreitung des Lernens außerhalb der Schulmauern. Genau wie Archijeunes stellt auch classe-dehors.org kostenlos konkrete Projektbeispiele zur Verfügung, wie beispielsweise die „Balades Pédagogiques“ oder die „Classe dehors en ville“. Thomas Germain, Direktor der „Fabrique des Communs Pédagogiques“, wird übrigens am Treffen des Archijeunes-Netzwerks am 20. November in Freiburg teilnehmen. Dort wird er die Ansätze der Organisation vorstellen und über die Erfahrungen aus der Praxis berichten.
Ans Herz legen möchten wir Ihnen die vierteilige Serie «Stadt.Klima.Positiv – Reise in die Zukunft des Bauens», die zurzeit in der ARD-Mediathek darauf wartet, entdeckt zu werden. Lernen Sie europäische Städte kennen, die Neues ausprobieren in Sachen nachhaltiger Architektur, Stadtplanung und Klimaschutz. Kopenhagens inzwischen weltberühmte Veloinfrastruktur wird genauso vorgestellt wie die vielleicht weniger bekannten Ansätze in Oslo, Stockholm und Helsinki, wo Stadtplanung soziale Nachhaltigkeit und kulturelle Teilhabe födern kann. Im Wiener Aussenquartier «Aspern» wird die «15-Minuten-Stadt» erprobt und Barcelona und Paris demonstrieren, wie Superblocks und Grünflächen anstatt Autoverkehr den Effekt von Hitzeinseln mildern und die Lebensqualität steigern.
Mit der Teilhabe von Kindern und Jugendlichen an Planungsprozessen beschäftigen wir uns seit den ersten Stunden von Archijeunes. Das Thema gehört quasi zu unserer DNA. Deshalb passt uns die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift «Pädagogik» ganz gut, denn sie dreht sich rund um das Thema «Partizipation von Schüler:innen». Wie erleben Schüler:innen Mitbestimmung in Schulen und welche Chancen bietet echte Partizipation für die demokratische Bildung? Ausserdem, und da wurden wir natürlich hellhörig, denn Schulhäuser, Bildungsräume und ihre Umgebung sind für uns ganz zentral: Der Artikel «Schüler:innen bauen Möbel selbst» zeigt auf, wie ein partizipativer Prozess zur bedeutsamen Erfahrung der Selbstwirksamkeit wird. Wer dazu konkret anwendbare Unterrichtseinheiten sucht, findet solche im IdeenSet «Lern – Raum – Gestaltung», das wir erst gerade mit der PHBern herausgegeben haben. Die Publikation «Pädagogik» ist die führende schulpädagogische Fachzeitschrift Deutschlands und bietet regelmässig in einem Themenschwerpunkt praxisnahe Informationen und Materialien zur Gestaltung von Unterricht und Schule.
Wer mit Augen, Ohren und – ja – Nasen durch Stadt, Quartier und Dorf geht, weiss, dass die so genannte Natur und das Siedlungsgebiet des Menschen sich überhaupt nicht ausschliessen (wie da und dort immer noch behauptet wird). Im Gegenteil: Im Siedlungsgebiet findet sich mitunter eine vielfältigere Biodiversität als im offenen Landwirtschaftsland. Vom Stadtfuchs war hier im Newsletter kürzlich die Rede, um seltene Pflanzen auf Brachen und wilde Gewächse entlang von Bahngleisen geht es in der Ausstellung «Neue Wildnis» im Gewerbemuseum Winterthur. Selbst die Ränder von Autobahnen sind vom ungezähmten Leben der Spontanvegetation gesäumt. Passend zum Thema für Schulen: Während sich die Ausstellung in Winterthur der besonderen Qualitäten dieser diskreten Stadtlandschaften widmet, eröffnet das Bilderbuch «Zukunfts(K)reise» der PH St. Gallen (zusammen mit der Empa) kindgerecht aufbereitete Zugänge zu Themen wie Biodiversität, Landnutzung, Wasserknappheit, Bodenversiegelung oder Kreislaufwirtschaft. Dazu wird ausführliches Begleitmaterial zur Verfügung gestellt unter anderem mit Erklärungen zum wissenschaftlichen Hintergrund, Übungen und Aufgaben.
Bild: Ausschnitt aus dem Bilderbuch Zukunfts(K)reise | Illustration: Maya Ivanova
Im Journal #schuleverantworten ist soeben ein Beitrag von Eveline Althaus erschienen. Der Artikel «Nachhaltige Schulraumplanung: Das Potenzial baukultureller Bildung nutzen» basiert auf der Grundlage unserer Netzwerktagung zum Thema «Kosmos Schulhaus» vom November letzten Jahres. #schuleverantworten richtet sich an Schulleitungen und ist ein Kooperationsprojekt der Pädagagischen Hochschulen Zürich und Niederösterreich, ist also länderübergreifend. Das Konsortium lädt zum Mitmachen in Web-Dialogen ein und gibt viermal pro Jahr das oben erwähnte Web-Journal heraus. Dabei dreht sich alles um Führungskultur an Schulen. Die komplette aktuelle Ausgabe des Journals kann hier bezogen werden; Eveline Althaus’ Beitrag finden Sie direkt hier.