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Forschungsprojekt zur baukulturellen Bildung im NFP81

 

Kinder und Jugendliche erleben und prägen Baukultur heute und in Zukunft. Ein Handbuch Baukulturelle Bildung, ein spielerischer Methodenkoffer und ein BauKulturLabor machen ihre Ideen einer nachhaltig gestalteten Umwelt sichtbar.

Alle Fotos: PH Schwyz
Werkstattbericht 1 - Einblick in die Forschungspraxis, Dezember 2025

 

Im 9. Monat des insgesamt 4 Jahre dauernden Projekts sind aktuell drei (von sieben) Arbeitspaketen in vollem Gang:  Das Forschungsteam recherchiert und analysiert nach Literatur und Dokumenten, führt mit Akteur:innen der Baukulturvermittlung Interviews und teilnehmende Beobachtungen durch und nimmt vorbereitende Arbeiten zur Entwicklung eines spielerischen Werkzeugkoffers (gamified toolbox) vor. Parallel dazu hat sich ein Beirat aus interessierten Kindern und Jugendlichen konstituiert, der das Projekt über die ganze Laufzeit begleiten wird. Ebenso freuen wir uns sehr auf die Dissertation von Eva Chen, die innerhalb des Projekts entsteht – unter dem Arbeitstitel: "Baukulturelle Bildung als ästhetische Diskurspraxis. Eine kunstpädagogische Explorationsstudie".

Arbeitspaket 1: Scoping Review – Literaturrecherche & Dokumentenanalyse (Lead: PH Schwyz)

Gestartet hat das Projekt mit einer breit angelegten Literatursuche zu Kernthemen der baukulturellen Bildung in insgesamt vier Sprachen (D, F, I, E). Ziel dieser systematischen Recherche- und Analyse-Arbeit ist es, damit verschiedene Konzepte und Zugänge der baukulturellen Bildung darstellen und beziffern zu können. Die Scoping Review hat zu einem sehr breiten Ergebnis an rund 2000 Dokumenten ganz verschiedener Art – Studien, Projektberichte, Lehrmittel – geführt. Da dieser äusserst umfangreiche Fundus nicht umfassend analysiert werden kann, wurden zwei Screening-Durchläufe vorgenommen, um das Material nach Relevanz für die Forschungsfrage zu priorisieren. Bei den verbleibenden rund 200 Texten konnte die Sprachvielfalt beibehalten werden: je ca. ein Drittel der Dokumente sind in englischer, deutscher und französischer resp. italienischer Sprache verfasst. Das Forschungsteam untersucht diese aktuell auf folgende Aspekte:

  • Verständnis Baukultur (Formulierungen im Text)
  • Ziele der Baukulturellen Bildung (BKB)
  • Gegenstände der BKB
  • Methoden der BKB
  • Involvierte Akteur:innen 

 

Arbeitspaket 2: Datenerhebungen mit Interviews und Feldbesuchen / teilnehmenden Beobachtungen (Lead: PH Schwyz)

Um bestehendes Wissen über die Praxis der baukulturellen Bildung zu sammeln und von den Erfahrungen aus der Praxis zu lernen, besucht das Forschungsteam aktuell und noch bis im Februar 2026 Vermittlungs- und Bildungsangebote in der gesamten Schweiz. Anlässlich dieser Besuche führen die Forscherinnen zahlreiche qualitative Interviews durch – und zwar sowohl mit den Baukultur-Vermittler:innen wie auch mit den Kindern und Jugendlichen, die ihre Angebote nutzen und daran teilnehmen. 

Mit dem umfangreichen empirischen Material aus Interviews und Beobachtungen analysiert das Forschungsteam, welche verschiedenen Angebotsstrukturen praktiziert werden. Damit wird das Feld nicht nur aus Literatur und Dokumenten, sondern auch von der Praxis her erfasst. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Aspekten von Nachhaltigkeit und Partizipation, die in den Angeboten zum Tragen kommen. 

Arbeitspaket 3: Entwicklung eines spielerischen Werkzeugkoffers (Lead: Empa)

Ebenso soll im Projekt auch Neues entwickelt werden. Darunter ein spielerischer Werkzeugkoffer mit Lernmaterialien, der gemeinsam mit Kindern co-kreiert werden soll. Um die Grundlagen dazu zu erarbeiten, auszuprobieren und zu präzisieren, hat das Forschungsteam – unter dem Titel "Deviens explorateur·rice de ta ville !" – im November und Dezember 2025 Workshops an der EPFL durchgeführt. Die daran teilnehmenden Kinder wurden eingeladen, in die Rolle junger Forscher:innen schlüpfen, um ihre gebaute Umgebung besser zu verstehen und zu hinterfragen. Auf Winter 2026 sind weitere Playtests mit der Projektpartnerin ARQubator geplant. 

Bildung eines Kinder- und Jugendbeirats (Lead: PH Schwyz)

Grundanliegen von "Building together" ist es, Kinder an der Wissensproduktion der Forschung mitwirken zu lassen. Mit dem Projektstart wurde deshalb ein Kinder- und Jugendbeirat gebildet, der das Forschungsprojekt über die ganze Projektlaufzeit begleiten wird. Der Beirat besteht aus sechs Mitgliedern im Alter zwischen 8 und 14 Jahren. Nach einer Einführung in das Thema wurden an den bisherigen Treffen gemeinsame Interessen-Schwerpunkte entwickelt. Ebenso wurde diskutiert und bestimmt, wie die Zusammenarbeit im Projekt strukturiert werden kann.

Allgemeines zum Projekt
Projektbeschrieb

Partizipation stärkt die Entwicklung einer Haltung zu sozialer und ökologischer Gerechtigkeit. Neben dem sorgsamen Umgang mit vorhandenen Ressourcen sind auch soziokulturelle Aspekte ein zentrales Anliegen der Baukulturellen Bildung. Das Projekt untersucht, wie Kinder und Jugendliche als Beteiligte an baukulturellen Prozessen in eine verantwortungsvolle Rolle hineinwachsen können. Ziel des Projektes ist es, Schüler:innen der Primar- und Sekundarstufe für ihre gebaute Umwelt zu sensibilisieren. Gemeinsam sollen partizipative Räume geschaffen werden, in denen Kinder und Jugendliche eigene Perspektiven, Erfahrungen und Vorstellungen von nachhaltiger Baukultur entwickeln können.

Das Projekt bringt Baukultur, Nachhaltigkeit, Vermittlung, Kunst und Partizipation zusammen. Auf Basis von partizipativer Forschung geht es folgenden Fragen nach: Wie stellen sich Kinder und Jugendliche eine nachhaltige und gerechte Baukultur in ihrem Lebensumfeld vor? Was sind die wichtigsten Ziele, Inhalte und Methoden einer nachhaltigen, partizipativen Baukulturellen Bildung für Schulen? Ein Kinder- und Jugendbeirat begleitet das Projekt und bringt seine Perspektive ein. BauKulturLabore an verschiedenen Orten testen die Forschungsergebnisse in der Praxis.

Nachhaltige Baukultur braucht partizipative Bildungsprozesse. Sie ermöglichen die aktive Beteiligung aller an baukulturellen Fragen, einschliesslich Kindern und Jugendlichen. Die Besonderheiten einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Baukulturellen Bildung sind noch nicht ausreichend untersucht. Das Projekt erforscht deshalb schweizweit Inhalte und Methoden einer nachhaltigkeitsorientierten Bildung im Bereich Baukultur und fördert deren Umsetzung. Relevante Kompetenzen werden gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen erarbeitet, sodass sie sich in zukünftige Planungs- und Gestaltungsprozesse einbringen können.

Originaltitel: Building Together: Redefining Baukultur through Children’s and Youths’ Perspectives by Developing a Gamified Toolbox, a Research-Based Handbook, and an Educational BauKulturLab

Projektumsetzung und Team

Projektumsetzung

Als Ergebnis der Forschung entstehen ein Handbuch für die Baukulturelle Bildung und ein spielerischer Methodenkoffer (gamified toolbox). Das Handbuch stellt grundlegendes Wissen für Lehrpersonen und Baukulturvermittelnde bereit. In partizipativen BauKulturLaboren in Schulen werden mit künstlerischen und raumerforschenden Methoden gemeinsam Szenarien einer nachhaltigen Baukultur entwickelt. Durch ein vertieftes thematisches Verständnis werden junge Menschen ermutigt, sich aktiv an der Gestaltung der gebauten Umwelt sowie an politischen Prozessen zu beteiligen. Das Projekt wird von einem transdisziplinären Team durchgeführt aus den Bereichen Baukulturelle Bildung, Architektur, Fachdidaktik, Kunstpädagogik, Kunst, Geographie sowie mit zivilgesellschaftlichen Akteur:innen.

Projekt-Team

Forschungsteam:

  • Prof. Dr. Gila Kolb, Institut für Unterrichtsforschung und Fachdidaktik, Pädagogische Hochschule Schwyz (Co-Projektleitung)
  • Dr. Lea Weniger, Institut für Unterrichtsforschung und Fachdidaktik, Pädagogische Hochschule Schwyz (Co-Projektleitung)
  • Prof. Dr. Carolin Schurr, Universität Bern (Co-Projektleitung)
  • Eva Chen, Pädagogische Hochschule Schwyz
  • Andreas Schäli, Pädagogische Hochschule Schwyz
  • Dr. Marta Brković Dodig, Empa & ARQubator
  • Anna Pontais, Empa

Praxispartner:innen:

  • Dr. Eveline Althaus, Archijeunes
  • Mirko Winkel, mLAB Universität Bern