Startseite Unterrichtseinheiten Vermittelnde Bibliothek Veranstaltungen News Über uns Projekte
Netzwerktagungen Brennpunkt Baukulturelle Bildung Vernetzung Grundlagen Stimmen Stellungnahmen

«GREENSIMPLICITY»

Architekturspekulationen zu Natur und Einfachheit

Das Modul „GREENSIMPLICITY“ untersucht, wie Architektur durch Reduktion die Beziehung zwischen Mensch und Natur erfahrbar macht. Ausgehend von der radikalen Einfachheit des Philosophen Diogenes von Sinope lag der Fokus auf Mikroarchitektur – kleinen Rückzugsräumen für ein bis zwei Personen, die Schutz bieten, ohne die Freiheit einzuschränken. Ziel war die Entwicklung von Entwürfen, die durch Klarheit, Harmonie mit der Umgebung und Reduktion überzeugen, nicht durch Größe oder Komplexität.

Der Entwurfsprozess war auf vier Lektionen begrenzt und diente als didaktisches Mittel, um Fokussierung, Entscheidungsfähigkeit und handlungsorientiertes Arbeiten zu fördern. So entstanden klare, kohärente Lösungsstrategien, deren Qualität in Zielgerichtetheit, Reduktion und professioneller Problemlösung liegt, gestützt durch die Desirable-Difficulties-Theorie nach Robert A. Bjork. KI-gestützte Renderings ermöglichten zudem die präzise Steuerung von Licht, Atmosphäre, Kameraperspektive und Kontext und boten eine moderne didaktische Schulung.

Analoge und digitale Methoden wurden kombiniert: A3-Collagen verdichteten konzeptionelle Ideen, Tonmodelle (1:25) überprüften Proportionen und räumliche Wirkung, und KI-Renderings setzten die Entwürfe in vielfältige Naturkontexte um. Die Werkschau zeigt Collagen, Tonmodelle und Renderings als Ergebnis einer kompakten, methodisch vielfältigen Auseinandersetzung mit „GREENSIMPLICITY“ und demonstriert, wie zeitlich begrenzte Prozesse mit digitalen Werkzeugen zu klaren, reduzierten und umweltbezogenen Entwürfen führen.

Stephan Primus 

Themenbereich
(Architektur)modell
(Architektur)fotografie
Bauteile und Bauformen
Digitale Technologien
Berge
Garten
Landschaftsentwicklung
Wasser
Wald
Nachhaltigkeit
Handwerk
Raumwahrnehmung
Lernwelten
Lernorte
Raum
Fachbereich
Baukultur
Bildnerisches Gestalten, Textiles und Technisches Gestalten
Natur, Mensch, Gesellschaft
Natur und Technik
Dauer
Einzelne Lektionen
Workshop
Betreuungsempfehlung
Ohne Experten
Sprache
Deutsch
Lernziele

Die Lernziele des Workshops "GREEN SIMPLICITY" sind darauf ausgerichtet, dass die Teilnehmenden philosophische Grundlagen wie die Einfachheit nach Diogenes verstehen und die Prinzipien von Naturverbundenheit und Reduktion in der Architektur erkennen können. Sie sollen in der Lage sein, Mikroarchitektur zu entwerfen, die Ruhe und Kontemplation ermöglicht, und dabei die Beziehung zwischen Mensch, Raum und Umgebung reflektieren.

Zur Umsetzung dieser Ideen sollen die Teilnehmenden Collage-, Modellbau- und KI-Techniken zur Konzeptentwicklung anwenden. Am Ende des Workshops können die Studierenden konkret eine Mikroarchitektur für ein bis zwei Personen konzipieren, die sich sensibel in die Natur einfügt. Sie sollen analoge und digitale Methoden kombinieren können, um ihre räumliche Idee zu kommunizieren, und verstehen, wie Materialität und Lichtführung zur gewünschten Atmosphäre beitragen. Abschließend sollen sie ihren Entwurf hinsichtlich Materialität, Lichtführung und Integration in die Natur beurteilen können.

Inhalte

Der Workshop "GREENSIMPLICITY: Architekturspekulationen zu Natur und Einfachheit" untersucht, wie Architektur Natur und Einfachheit erfahrbar machen kann. Der Titel selbst fasst das Thema zusammen: Spekulationen zur Verbindung von Architektur, Natur und Einfachheit.

Inspiriert von der radikal einfachen Lebensform des antiken Philosophen Diogenes von Sinope, der Glück in Unabhängigkeit und Naturnähe sah und auf Überflüssiges verzichtete, soll Architektur im Rahmen dieses Moduls nicht durch Größe oder Komplexität beeindrucken, sondern durch Klarheit, Reduktion und Harmonie mit der Umgebung. Die resultierende Mikroarchitektur ist als Rückzugsort für Ruhe, Kontemplation und die Sichtbarmachung der Beziehung zwischen Mensch und Natur konzipiert.

Die Teilnehmer entwerfen einen kleinen Rückzugsort für ein bis zwei Personen, der Ruhe ausstrahlt und sich sensibel in die Natur einfügt. Dies wird in einem Kurzworkshop über vier Lektionen umgesetzt.

Die zentralen Abgaben des Projekts sind:

  1. A3-Collage: Eine visuelle Verdichtung der architektonischen Idee, erstellt aus Bildersammlung, Schere und Klebstoff.
  2. Tonmodell (Maßstab 1:25): Ein physisches Modell, das ausschließlich aus lufttrocknendem Ton gefertigt wird, ergänzt durch eine Modellbaufigur zur Veranschaulichung der Proportionen und Raumwirkung.
  3. KI-Prompt-Dokumentation: Die Erstellung eines KI-Prompts, um die entworfene Architektur digital weiterzudenken. Der Lehrer erstellt basierend auf den Prompts der Schüler das finale KI-Rendering.

Die methodischen und gestalterischen Grundlagen betonen die Reduktion auf das Wesentliche (Vermeidung unnötiger Ornamente), die Integration von Natur (fließende Übergänge zwischen Innen und Außen) und die Schaffung sinnlicher Erfahrungen durch den bewussten Einsatz von Licht, Materialität, Schatten und Texturen.

Als aktuelle Referenzen dienen Projekte wie das Doshi Retreat, das Water/Glass House von Kengo Kuma, das Tea House von Álvaro Siza sowie die Kapelle Bruder Klaus von Peter Zumthor, die alle Prinzipien wie Minimalismus, Transparenz, poetische Einfachheit oder starke Materialpräsenz in der Natur demonstrieren.

Um die digitale Visualisierung zu steuern, werden detaillierte Prompt-Vorlagen für zehn verschiedene Naturszenarien (z.B. Norwegischer Fjord, Waldlichtung, Japanischer Nebelwald, Wüstenplateau) bereitgestellt. Die Prompts bestehen aus einem Hauptprompt zur Generierung einer fotorealistischen Darstellung in 4K-Qualität, gefolgt von spezifischen Anweisungen zur Platzierung der Architektur, Lichtstimmung, Atmosphäre, Kameraeinstellung und einem Negativ-Prompt, um unerwünschte Elemente auszuschließen (z.B. "Keine Menschen, keine Boote, keine Städte").

Die Teilnehmer erwerben Kompetenzen in der Anwendung von Collage-, Modellbau- und KI-Techniken, verstehen die philosophischen Grundlagen der Einfachheit und lernen, wie Materialität und Lichtführung zur Atmosphäre beitragen, um eine Mikroarchitektur zu konzipieren, die Ruhe und Kontemplation ermöglicht.

Vorgehen

Reduktion auf das Wesentliche: Vermeidung unnötiger Ornamente und Räume; Fokus auf Licht, Materialität und Proportionen.

Integration von Natur: Architektur als Teil der natürlichen Umgebung, mit fließenden Übergängen zwischen Innen- und Außenraum.

Sinnliche Erfahrung: Bewusster Einsatz von Materialien, Licht, Schatten und Texturen zur Erzeugung einer emotionalen und meditativen Wirkung.

Räumliche Intimität & Rückzug: Schaffung von Orten der Besinnung in kleinem Maßstab.

Der Workshop ist in drei Teile unterteilt, die zusammen die konzeptionelle, physische und digitale Ausarbeitung des Entwurfs verdeutlichen:

  1. Collage (A3): Die Teilnehmenden gestalten eine Collage aus bestehenden Gebäudefragmenten, um ihre architektonische Idee einer ruhigen, naturverbundenen Mikroarchitektur für 1–2 Personen zu verdichten.
  2. Tonmodell (Maßstab 1:25): Basierend auf der Collage ist ein physisches Modell ausschließlich aus lufttrocknendem Ton zu erstellen. Die Proportionen, das Volumen und die Raumwirkung müssen im Bezug zu einer Modellbau-Figur (1:25) dargestellt werden.
  3. KI-Prompt: Die Teilnehmenden erstellen einen KI-Prompt, um ihre Idee digital weiterzuentwickeln. Diese Prompts beschreiben die Umgebung, Tageszeit, Lichtstimmung, Atmosphäre und die Sicht auf die Architektur. Es werden Hauptprompts und Variationen für zehn verschiedene Naturszenarien (z.B. Norwegischer Fjord, Japanischer Nebelwald, Wüstenplateau) bereitgestellt, ergänzt durch Negativ-Prompts (z.B. „Keine Menschen, keine Boote, keine Städte“).

Die Lernziele umfassen das Verstehen philosophischer und architektonischer Grundlagen (Diogenes, Reduktion), das Anwenden von Collage-, Modellbau- und KI-Techniken und die Gestaltung einer Mikroarchitektur, die Ruhe und Kontemplation ermöglicht.

Als Referenzprojekte dienen zeitgenössische Beispiele, die die Prinzipien der Einfachheit und Naturnähe umsetzen, darunter das Doshi Retreat, Kengo Kuma – Water/Glass House, Álvaro Siza – Tea House und Peter Zumthor – Kapelle Bruder Klaus.

Die finalen Abgaben bestehen aus der A3-Collage, dem Tonmodell mit Figur und der KI-Prompt-Dokumentation.

Voraussetzungen

Materialien:

  • A3-Papier, Schere, Klebstoff, und eine Bildersammlung für die Collage.
  • Lufttrocknender Ton, Modellierwerkzeuge, und eine Modellbaufigur (1:25) für das physische Modell.
  • Ein Computer oder Laptop mit Internetzugang für die Erstellung des KI-Prompts.

Wissen und Kompetenzen:

  • Verständnis der philosophischen Grundlagen (Diogenes, Einfachheit).
  • Erkennen der Prinzipien von Naturverbundenheit und Reduktion in der Architektur.
  • Fähigkeit, Collage-, Modellbau- und KI-Techniken zur Konzeptentwicklung einzusetzen.

Abgaben:

  • Die Erstellung und Abgabe von drei Elementen: einer A3-Collage, einem Tonmodell mit Figur und einer KI-Prompt-Dokumentation (Word-Datei mit Vor- und Nachnamen), die auf der Ewolke gespeichert werden muss.

Format:

  • Es handelt sich um einen Kurzworkshop von 4 Lektionen.
Materialien

Für die Collage (A3): A3-Papier, Schere, Klebstoff, Bildersammlung.

Für das Tonmodell (Maßstab 1:25): Lufttrocknender Ton, Modellierwerkzeuge, Modellbaufigur (1:25).

Für den digitalen Entwurf (KI-Prompt): Computer oder Laptop mit Internetzugang.